Von Holz zu High-Tech: Pflegekleidung neu gedacht
Shownotes
Wir nehmen dich mit auf eine Reise vom stickigen Klinikflur bis in die Hightech-Faserlabore: In dieser Folge decken wir auf, warum herkömmliche Pflegekleidung mehr Belastung als Unterstützung ist – und wie innovative Materialien aus nachhaltigem Holz die Branche aufmischen. Wir sprechen offen über schwitzende Schichten, ergonomische Katastrophen und die unterschätzte Macht von Passform und Farbe für Wohlbefinden und Teamspirit.
Gemeinsam hinterfragen wir alte Dogmen, testen das Versprechen echter Bewegungsfreiheit und zeigen, wie ein smarter Materialmix sogar die Waschstraße revolutioniert – alles immer durch die Brille von Pflegekräften, Klinikleitungen und den Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Wenn du wissen willst, wie sich Komfort, Hygiene und Identität heute nicht mehr ausschließen, ist das deine Episode.
BP Berufsbekleidung
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00:00:00: Stell dir mal folgende extrem spezifische Situation vor.
00:00:05: Du bist mitten in einer typischen Hochsommerschicht, in einer Pflegeeinrichtung.
00:00:10: Oh ja!
00:00:11: Ein absoluter Klassiker.
00:00:13: Draußen knallt die Sonne und drinnen auf der Station da steht die warme Luft spürbar in den Gängen.
00:00:19: Deine Arbeit ist nicht einfach nur so ein ruhiger Job am Schreibtisch
00:00:23: Ganz im Gegenteil das ist körperliche Höchstleistungen
00:00:26: Eben.
00:00:26: Du bist ununterbrochen in Bewegung, du verlagerst das volle Körpergewicht von Patienten, du eilst den Flur rauf und runter – und nach ein zwei Stunden passiert dann das absolut Unvermeidliche!
00:00:38: Die Kleidung beginnt am Körper zu kleben.
00:00:39: Exakt
00:00:40: Das ist ein allgegenwärtiges und enorm belastendes Phänomen in diesem Berufsfeld.
00:00:45: Sie klebt am Rücken sie schränkt plötzlich die Bewegungsfreiheit der Schultern komplett ein.
00:00:50: Wenn du dich über einen Bett boigst um zu helfen gibt der Stoff einfach überhaupt nicht nach.
00:00:56: Das fühlt sich wahnsinnig schnell an wie so ein starres, nasses Korsett das dich bei jedem einzelnen Handgriff einfach nur zusätzliche Kraft kostet.
00:01:05: Und genau bei diesem fast schon klaustrophobischen Gefühl setzen wir heute in unserer Analyse an!
00:01:11: Ein sehr guter Startpunkt.
00:01:13: dieser physische Widerstand der Kleidung ist nämlich ein extrem unterschätzter Stressfaktor.
00:01:18: Absolut Er addiert sich ja zu der ohnehin schon immensen psychischen und physischen Belastungen im Gesundheitssektor.
00:01:25: Wir müssen uns einfach mal vor Augen führen, dass Berufsbekleidung in Kliniken historisch gesehen zu keinem Zeitpunkt also wirklich nie auf den Tragekomfort des Personals ausgelegt war.
00:01:35: Da müssen wir direkt einmal einen Blick in die Vergangenheit werfen – wenn Komfort so gar keine Rolle spielte?
00:01:41: Was war dann der eigentliche Zweck dieser unglaublich starren Stoffe, die man von früher so kennt?
00:01:46: Der einzige alles dominierende Fokus lag auf maximaler Hygiene!
00:01:51: Okay, also reiner Schutz.
00:01:53: Genau Die Textilien mussten eine absolute Widerstandsfähigkeit gegen kochend heißes Wasser, hochaggressive chemische Bleichen und brutalste maschinelle Waschzyklen aufweisen.
00:02:05: Der Mensch, der da acht bis zehn Stunden in dieser Kleidung arbeiten musste war bei der Materialentwicklung schlichtweg irrelevant.
00:02:12: Es ging wirklich nur darum dass der Stoff den Sterilisationsprozess überlebt.
00:02:16: Das war dann im Grunde genommen eine Art Textiler-Schutzpanzer oder?
00:02:20: Man hat sich morgens an so ne dicke Rüstung aus steifen Baumwollpoliestermischgeweben geworfen um einfach gegen Keime und Chemie gewappnet zu sein.
00:02:28: Ja das trifft es ganz gut.
00:02:30: Wenn man sich so alte Krankenhausserien ansieht merkt man förmlich wie steif diese Kittel.
00:02:35: Da bewegt sich ja nichts.
00:02:36: Richtig!
00:02:37: Und das Paradox an unserer modernen Zeit liegt genau in diesem extremen Kontrast.
00:02:41: Wie meinst du das?
00:02:42: Naja, wir haben auf der einen Seite diese hochgradig regulierte hygienisch anspruchsvolle Umgebung der Pflege die scheinbar immer noch nach diesem unnachgiebigen Schutzpanzer verlangt.
00:02:55: Aber auf der anderen Seite durchdringt ein massiver Trend zur Casualisierung unseren gesamten restlichen Alltag.
00:03:02: Ah, okay.
00:03:03: Ja das stimmt!
00:03:04: Jeder erwartet heute wie selbstverständlich das Kleidung nachgibt.
00:03:08: Dass sie atmet und Bewegungen mitmacht.
00:03:11: Wir wollen eigentlich dass sich alles so anfühlt wie die bequeme Freizeitkleidung abends auf dem Sofa völlig egal ob wir jetzt im Büro sitzen oder auf Station arbeiten.
00:03:20: Absolut richtig
00:03:22: Und das Ziel unserer heutigen Folge ist es herauszufinden wie man diesen scheinbaren Widerspruch auflöst.
00:03:28: also wie bringt weichen, nachgebenden Freizeitkomfort in eine Arbeitsumgebung in der Textilien härtesten chemischen und thermischen Bedingungen trotzen müssen.
00:03:38: Eine sehr spannende Farne!
00:03:40: Und als Anschauungsobjekt – und Fallstudie dient uns dafür heute die Konzeptkollektion BP Mad & Care des Herstellers Bierbaum-Pronen.
00:03:50: Wer diesen Spagat zwischen Freizeitekomfort und Hochleistungsbereich wirklich schaffen will, der muss traditionelle Pfade verlassen.
00:03:58: Das klassische Baumwolle-Hemd stößt hier nämlich an physikalische Grenzen und versagt in diesem spezifischen Setting auf ganzer Linge.
00:04:05: Moment, wirklich?
00:04:07: Warum
00:04:07: eigentlich?!
00:04:08: Baumwollo hat doch ein hervorragendes Image!
00:04:10: Also sie gilt als natürlich, hautfreundlich und atmungsaktiv.
00:04:14: Ja
00:04:15: das stimmt schon.
00:04:16: Aber Baumwollen besitzt eine fundamentale Schwäche unter dauerhafter körperlicher Belastung.
00:04:21: Sie ist nämlich Starkhydrophil
00:04:23: Und das heißt...sie zieht Wasser an?
00:04:25: Genau Sie saugt den Schweiß zwar sehr gut auf, hält diese Feuchtigkeit dann aber im Faserinneren quasi fest.
00:04:34: Die Fasernquellen regelrecht auf und geben das Wasser nur extrem langsam wieder an die Umgebung ab.
00:04:41: Ah verstehe!
00:04:42: Die Kleidung wird also immer schwerer und nasser je länger diese Schicht dauert.
00:04:46: Richtig
00:04:47: Und wenn ich dann sagen wir mal nach dem Umlagern eines Patienten für eine halbe Stunde am Rechnersitze um Akten zu dokumentieren?
00:04:55: kühl ich in diesem nassen Stoff völlig unkontrolliert aus.
00:04:58: Ein
00:04:58: riesiges Problem, ja!
00:04:59: Das ist ja ergonomisch eine absolute Katastrophe.
00:05:02: Wie sieht denn da jetzt die Lösung der Entwickler aus?
00:05:05: Die Basis dieser Kollektion bildet eine ganz spezielle Fasertechnologie namens Tenzel.
00:05:12: Okay... das ist eine Lyo-Zehlfaser, die von dem österreichischen Unternehmen Lensing produziert wird und der faszinierende Aspekt daran ist wirklich der Ursprung.
00:05:23: diese Hightech-Phase wird nämlich aus dem natürlichen Rohstoff Holz gewonnen, welches aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.
00:05:31: Ähm... Holz?
00:05:33: Da drängt sich mir sofort ein Bild von kratziger Rinde und sehr gesperren auf!
00:05:37: Das denken viele im ersten Moment.
00:05:40: Ein harter Baumstamm ist doch eigentlich das genaue Gegenteil von weicher fließender Kleidung.
00:05:46: Wie wird denn aus massivem Holz ein Faden, den man oft ohnehin schon gereizte Haut tragen möchte?
00:05:52: Der Prozess ist ein echtes Meisterwerk der Materialwissenschaft.
00:05:56: Zunächst wird das Holz mechanisch extrem fein zerkleinert.
00:06:01: Diese feinen Holzstücke werden dann chemisch behandelt, um sie zu reinem Zellstoff zu verkochen.
00:06:08: Man löst also alle unerwünschten Bestandteile heraus und isoliert rein die Zellulose
00:06:13: Also das strukturelle Rückgrat der Pflanzenzellen quasi.
00:06:18: Exakt!
00:06:19: Wir haben dann also am Ende reine Zellulose vor uns, aber wie geht es von da aus weiter zum fertigen Faden?
00:06:26: Dieser feste Zeltstoff wird dann in einem organischen ungiftigen Lösungsmittel komplett aufgelöst.
00:06:33: Die feste Struktur des Holzes wird buchstäblich verflüssigt.
00:06:37: Wahnsinn!
00:06:38: Ja bis eine richtig zächer, honigartige Masse entsteht Und diese Masse wird anschließend unter enormem Druck durch mikrofeine Düsen gepresst.
00:06:47: Ah, das ist im Grunde wie so ein mikroskopisch kleiner Duschkopf?
00:06:51: Das Prinzip ist identisch ganz genau nur dass die Öffnungen unvorstellbar winzig sind.
00:06:56: Okay Sobald diese winzigen flüssigen Strahlen aus den Düsen austreten treffen sie direkt auf ein spezielles Spinnbad.
00:07:04: In diesem Moment reagieren Sie.
00:07:06: Das Lösungsmittel wird sofort ausgewaschen und die flüssige Zellulose verfestigt sich in Sekundenbruchteilen zu Endlosfasern.
00:07:13: Also wurde die ursprüngliche Zellstruktur des Holzes komplett aufgelöst und in Form eines endlosen, extrem feinen und flexiblen Fadens neu zusammengesetzt.
00:07:23: Besser kann man es nicht zusammen fassen!
00:07:25: Aber da muss ich mal kurz einhaken... Wenn da im großen Stil Lösungsmitteln eingesetzt werden um Holz zu verflüssigen… Da frage ich mich natürlich sofort wo das ganze Zeug danach landet?
00:07:35: Das klingt für mich nach einer massiven chemischen Belastung für die Umwelt.
00:07:39: Eine sehr berechtigte Frage, aber bei diesem spezifischen Liozellprozess greift ein hochgradig geschlossener Kreislauf.
00:07:46: Dieses eingesetzte Lösungsmittel wird zu über neunundneunzig Prozent zurückgewonnen.
00:07:51: Neunund neunzig prozent?
00:07:53: Das ist viel!
00:07:54: Ja es wird gereinigt und direkt wieder für den nächsten Durchlauf verwendet.
00:07:58: Es entsteht quasi kein toxisches Abwasser Wenn man das mal mit dem enormen, wasserintensiven Anbau von konventioneller Baumwolle vergleicht ist dieser Kreislaufprozess extrem ressourcenschonend und extrem sauber.
00:08:12: Okay die Herstellung ist also sehr effizient aber wir müssen jetzt echt mal klären warum sich diese aus Holz gesponnene Faden auf der Haut fundamental anders anfühlt als dieser altbekannte Krankenhauskittel.
00:08:22: Dafür müssen wir uns das Material einmal gedanklich unter einem starken Mikroskop ansehen um die Physik des Tragekomforts zu entschlüsseln.
00:08:30: Gerne
00:08:31: Eine herkömmliche Baumwollfahrer sieht in der starken Vergrößerung aus wie ein in sich verdrehtes Band mit einer rauen, schuppigen Oberfläche.
00:08:40: Ah und diese mikroskopischen Schuppe verursachen dann die Reibungen wenn man sich bewegt?
00:08:44: Ganz genau!
00:08:45: Und bei der oft ohnehin schon sensiblen Haut von Pflegekräften bedingt durch das ständige Händewaschen und desinfizieren wird diese permanente Mikro-Eibung im Arbeitsalltag als extrem irritierend empfunden.
00:08:58: Das glaube ich sofort.
00:08:59: Eine Liozellfaser zeigt unter dem Mikroskop aber ein völlig anderes Bild.
00:09:03: Sie gleicht einem nahezu perfekt glatten Zylinder, ganz ohne jegliche Schuppen oder rauere Kanten.
00:09:09: Okay – diese glatte Oberfläche erklärt natürlich die Weichheit!
00:09:13: Aber vorhin haben wir ja über das Problem mit dem Schweiß gesprochen bei der Baumwolle?
00:09:17: Was macht denn diese Holzfaser jetzt mit der
00:09:19: Feuchtigkeit?!
00:09:20: Liozel verfügt über eine sogenannte fibrilläre Struktur.
00:09:24: Was genau heißt das?
00:09:25: Das bedeutet, diese glatte Faser kann Feuchtigkeit enorm schnell und tief in die Inneres aufnehmen.
00:09:30: Sie saugt den Schweiß sofort von der Hautoberfläche weg.
00:09:34: Synthetikfasern – wie man sie oft von günstigen Sportschirts kennt transportieren Feuchtigkeiten meist nur oberflächlich ab.
00:09:41: Da bleibt der Schweiß stehen und der Stoff klebt am Körper.
00:09:45: Tenzel hingegen verlagert die Feuchtigkeitsinsinnere und lässt sie dann an der Außenseite des Stoffes langsam verdunsten.
00:09:53: Und dabei greift ein ganz simples thermodynamisches Prinzip.
00:09:57: Verdunstungskälte.
00:09:58: Exakt!
00:09:59: Das Wasser wechselt den Aggregatzustand und entzieht der Umgebung, also dem Körper Energie in Form von Wärme
00:10:06: Richtig.
00:10:07: Die Physik arbeitet hier aktiv für den Träger.
00:10:10: Es entsteht einen spürbar kühlender Effekt und ein natürliches trockenes Mikroklima direkt auf der Haut.
00:10:17: Ein aktives Feuchtigkeitsmanagement ist natürlich fantastisch Aber ähm Ein wesentlicher Punkt fehlt mir da noch.
00:10:24: Holz und Zeltstoff sind doch von Natur aus absolut unelastisch!
00:10:28: Das stimmt...
00:10:29: Eine Pflegekraft muss sich bücken, strecken und oft extrem schwer heben.
00:10:34: Wenn das Material nicht nachgibt blockiert mich die Kleidung ja trotz der besten Kühlung.
00:10:39: Reine Lührzählfasern würden in diesem Anforderungsprofil auch schlicht wegreißen oder den Träger einsperren.
00:10:45: Also doch ein Problem?
00:10:46: Nein Denn die Entwickler haben das Tänzel daher mit leistungsstarken Stretchgeweben kombiniert.
00:10:52: Der kühlende Holzfaden wird in einer speziellen Webkonstruktion mit Elastan verbunden.
00:10:57: Man integriert die notwendige Elasticität also über den Aufbau des Gewebes.
00:11:01: Ah, raffiniert!
00:11:03: Das Gewebe wird dadurch dehnbar, verliert aber nicht seine kühlenden Eigenschaften.
00:11:08: Genau und zusätzlich erlaubt diese Konstruktion aus feiner Phase- und Stretch eine drastische Reduktion des Materialeinsatzes.
00:11:15: Wir sprechen bei dieser Kollektion von einem Geweben das lediglich einhundertfünfzig Gramm pro Quadratmeter wiegt.
00:11:21: Wow, okay.
00:11:22: Um diese Hundertfünfzig Gramm für dich mal greifbar zu machen, das entspricht Haar genau dem Gewicht eines hochdünnen High-End-Sportshirts, dass man vielleicht beim Joggen im Hochsommer trägt... Ein
00:11:33: exzellenter Vergleich!
00:11:34: Wenn man das jetzt in den Klinikalltag überträgt hat es tiefgreifende Auswirkungen.
00:11:39: Wenn ich so eine steife Baumwollrüstung trage, muss meine Muskulatur bei jeder Armbewegung gegen den mechanischen Widerstand des Stoffes anarbeiten.
00:11:47: Richtig!
00:11:48: Mit einem extrem leichten dehnbaren Material verschwendet der Körper einfach keine biologische Energie mehr für den Kampf gegen die eigene Kleidung.
00:11:57: Der mechanische Widerstaunt wird komplett eliminiert – das Resultat ist eine erhebliche ergonomische Entlastung im Arbeitsalltag.
00:12:04: Okay, wir haben jetzt also dieses superleichte funktionale High-Tech Material.
00:12:09: Das nützt mir allerdings wenig wenn es am Ende doch wieder zu so einem statischen kastenförmigen Kliniksack zusammengenäht wird.
00:12:17: Auf den Stationen arbeiten ja die unterschiedlichsten Menschen.
00:12:20: Absolut!
00:12:21: Da gibt es den sechzigjährigen Pfleger der weite Schnitte bevorzugt und dann die zwanzigjährige Auszubildende, die vielleicht auch im Beruf eine modernere, körpernahe Passform erwartet.
00:12:30: Das Dogma des One-Size-Fits All, also dieser Versuch jede denkbare Körperform in einen einzigen Standardschnitt zu zwingen ist in der modernen Arbeitsplatzgestaltung komplett obsolet.
00:12:42: Die BP-Med in Care Collection nutzt stattdessen ein modulares Baukastensystem.
00:12:48: Es geht hier nicht nur um bloße Konfektionsgrößen von XS bis XXXL, sondern um völlig verschiedene Schnittgeometrien für das selbe Kleidungsstück.
00:12:58: Was heißt das konkret?
00:12:59: Zur Auswahl stehen ein Relaxed Fit für maximale Luftzirkulationen, ein klassischer Regular fit, einen Modern fit, ein figurebetonter Slimfit und als echte Neuerung in der Pflege sogar ein Skinnyfit!
00:13:12: Moment, Moment.
00:13:13: Ein Skinnyfit in der Pflege!
00:13:15: Da platzen noch sofort die Nähte am Rücken wenn ich versuche einen Patienten im Bett aufzurichten oder?
00:13:20: Eben nicht.
00:13:21: Hier greifen Schnitt und Material nämlich perfekt ineinander.
00:13:25: Da das Fünfzig Gramm Gewebe diese extrem hohe Elastizität aufweist macht der Stoff jede Bewegung anstandslos mit.
00:13:31: Der SkinnyFit liegt eng an und formt die Silhouette ohne beim Heben zu blockieren oder zu reißen.
00:13:37: Das löst eigentlich ein ewigen Konflikt in Krankenhäusern.
00:13:41: Die Einrichtungsleitung fordert ja oft eine strikte Corporate Identity, also das Team soll professionell und absolut einheitlich auftreten.
00:13:48: Genau – der Wiedererkennungswert!
00:13:50: Die Mitarbeiter wiederum wollen ihre Individualität wahren und sich in ihrer Haut wohlfühlen.
00:13:57: Durch dieses Baukastenprinzip tragen jetzt alle dasselbe Material-und dieselbe Farbe aber jeder wählt genau die Passform, die seinem eigenen Körperbau entspricht.
00:14:07: Ein perfekter Kompromiss.
00:14:09: Und nebenbei bemerkt, beim Thema Farbe bricht die Kollektion ja ebenfalls mit Konventionen.
00:14:15: Statt nur dieses klassische Weiß oder Nachtblau anzubieten gibt es frische Töne wie ein sehr markantes Kiwigrün.
00:14:22: Farbe ist ein absolut zentrales Element der Wahrnehmung!
00:14:26: Ein weiteres wichtiges Design-Detail ist übrigens eine Modifikation des klassischen Schlupfkasacks, den man sich sonst ja mühsam über den Kopf zieht.
00:14:34: Ohja das nervt!
00:14:35: Es wurde ein sogenannter Knöpfkasack integriert.
00:14:38: Das ist einer Art Tunik die sich vorne durchgehend knöpfen lässt.
00:14:42: Ein kleines Detail aber mit richtig großer psychologischer Wirkung.
00:14:47: In der hochstirelen Situation am Patientenbett ist das Kleidungsstück natürlich bis oben geschlossen
00:14:52: Selbstverständlich.
00:14:53: Wenn ich aber dann in die Pause gehe, kann ich den Kersack vorne entspannt öffnen.
00:14:58: Man sieht vielleicht ein normales T-Shirt darunter – der Kragen fällt locker.
00:15:01: Richtig!
00:15:02: In diesem Moment sehe ich nicht mehr aus wie die gestresste streng uniformierte Pflegekraft sondern wirke wie ein ganz normaler Mensch im Alltag.
00:15:12: Das ist Casualisierung in der Praxis.
00:15:14: Die soziale Signalfunktion von Kleidung steuert ja maßgeblich, wie das Personal sich selbst wahrnimmt.
00:15:20: Bevor wir uns jetzt aber nur auf Design und Tragegefühl konzentrieren, müssen wir das System einem harten Realitätscheck unterziehen.
00:15:28: Da bin ich gespannt!
00:15:29: All diese feinen Fasern der Stretch- und das schicke Kivi Grün landen unweigerlich in der industriellen Großwäscherei des Krankenhauses
00:15:37: Und genau da habe ich meine massiven Zweifel.
00:15:41: Wir sprechen hier von industriellen Waschfrasen mit sechzig bis neunzig Grad Wassertemperatur, extrem aggressiven chemischen Desinfektionsmitteln und am Ende schweren
00:15:52: Hochdruckpressen.".
00:15:55: Wenn dieses feine aus Holz gewonnene hundertfünfzig Gramm Hemd in diese Materialschlacht gerät, löst sich das doch nach drei Waschgängen in seiner Einzelteile auf.
00:16:05: Oder?
00:16:05: An diesem Punkt scheitert normale Freizeit-Mode – absolut!
00:16:08: Und hier beweist sich eben echte Berufsbekleidung.
00:16:11: Die Produkte sind Industriewäsche tauglich nach ISO fifteen sieben neun sieben
00:16:15: Okay, da muss ich jetzt aber kritisch nachhaken.
00:16:18: Wie ist das chemisch überhaupt möglich?
00:16:20: Das Ausgangsmaterial ist aufgeweichtes Holz.
00:16:23: die Zellulose wurde im Prozess komplett neu strukturiert.
00:16:27: Warum zerfällt diese Faser nicht einfach wieder zu brei wenn sie massiver Hitze Wasser und Mechanik ausgesetzt wird?
00:16:34: Der Schlüssel liegt in genau dem Spinnprozess den wir vorhin besprochen haben.
00:16:39: Wenn die Zellurose-Masse durch diese mikrofeinen Düsen in das Spinnbad gepresst wird, richten sich die Molekülketten extrem dicht und parallel zueinander aus.
00:16:49: Es entsteht ein sehr hoher Kristerlinitätsgrad innerhalb der Faser!
00:16:54: Diese dichte molekulare Struktur macht das Lysiozell enorm widerstandsfähig gegen mechanische Belastung – selbst wenn es komplett mit heißem Wasser voll gesorgt ist.
00:17:04: Fachleute sprechen hier von einer extrem hohen Nassreißfestigkeit.
00:17:08: Das heißt, die Feuchtigkeit und die Hitze können die innere Struktur der Faser gar nicht mehr sprengen?
00:17:13: Ganz genau.
00:17:15: Die Kleidung schrumpft nicht unkontrolliert, sie behält ihre Form unter der Industriepresse – und sie zerfällt eben nicht!
00:17:22: Und interessanterweise bietet genau dieses Material der Wäscherei sogar noch einen messbaren ökonomischen Vorteil.
00:17:29: Einen Vorteil für die Wächerei wie das?
00:17:31: Wenn die Textilien nass aus der Waschanlage kommen müssen Sie ja getrocknet werden.
00:17:36: Wir erinnern uns mal an die mikroskopisch-glatte Struktur der Lyozellfaser.
00:17:40: Die
00:17:41: Zylinder ohne Schuppen?
00:17:42: Exakt!
00:17:43: Diese Glätte sorgt nicht nur für ein weiches Hautgefühl, sondern führt in der riesigen Trocknungskammer dazu dass die Faser die Nässe wesentlich schneller und bereitwilliger wieder an die heiße Luft abgibt als stark aufgequollene Baumwolle.
00:17:57: Ah, verstehe.
00:17:57: Das verkürzt denn die Laufzeit der Trockner?
00:17:59: Der
00:18:00: Trocknungsprozess benötigt messbar weniger Zeit und kann bei niedrigeren Temperaturen gefahren werden.
00:18:06: In der Dimension einer industriellen Wäscherei wo riesige Maschinen im Dauerbetrieb laufen bedeutet jeder eingesparte Minute eine gigantische Reduktion des Energieverbrauchs.
00:18:16: Wahnsinn!
00:18:17: Wenn man das mal zu Ende denkt entsteht hier ein unglaublicher Dominoeffekt.
00:18:21: Wie meinst du das?
00:18:22: Naja, der Prozess beginnt im Designbüro in Köln als gezieltes Komfort-Upgrade für die einzelne Pflegekraft.
00:18:30: Durch die Thermodynamik und die Faserstruktur spart das Material dann auf der Station biologische Energie bei Menschen Und es endet schließlich unten im Keller der Klinik als handfeste Einsparung von elektrischer Energie an den Industriemaschinen.
00:18:45: Dieser Systemgedanke zieht sich wirklich durch das gesamte Konzept.
00:18:49: Ergänzend muss übrigens noch erwähnt werden, dass die Textilien umfangreich auf Schadstoffe geprüft sind.
00:18:55: Viele der Artikel tragen das Label Ökotex made in green.
00:18:58: Das steht wofür genau?
00:19:00: Es belegt eine schadstofffreie, umweltfreundliche und vor allem auch sozial verantwortliche Lieferkette.
00:19:06: Bei heutigen Ausschreibungen großer Klinikverbünde ist es längst ein ganz hartes Kriterium.
00:19:11: Ein funktionierendes System braucht aber noch eine letzte Komponente finde ich.
00:19:16: Der Klinikaltag ist ja oft chaotisch.
00:19:18: Personal wechselt schnell.
00:19:20: Dienstkleidung wird mal irreparabel kontaminiert.
00:19:23: Oh ja...
00:19:24: Da nützt mir die beste Faser nichts, wenn eine neue Pflegekraft wochenlang auf ihren Skinny-Fit-Kasak in Kivigrün warten muss!
00:19:31: Das du völlig recht.
00:19:32: Eine ausgereifte Logistik ist für Kliniken absolut von unverzichtbar.
00:19:36: Der Hersteller setzt hier auf ein striktes Never Out of Stock-Prinzip
00:19:40: Also immer verfügbar
00:19:41: Genau.
00:19:42: Rund ninety fünf Prozent des gesamten Sortiments sind permanent auf Lager und sofort abrufbar.
00:19:48: fängt neues Personal an, ist die passgenaue Dienstkleidung praktisch am nächsten Tag verfügbar.
00:19:53: Das eliminiert diese typischen nervigen Textilenengpässe auf den Stationen.
00:19:57: Super!
00:19:57: Wir haben heute echt einen gewaltigen Wobengespannt vom Baumstamm im nachhaltig bewirtschafteten Wald über mikrofeine Düsen und thermodynamische Effekte bis tief hinein in die unbarmherzige Waschstraße im Klinikkeller.
00:20:13: Ein weiter Weg Ja.
00:20:14: Die historischen starren Schutzpanzer wurden dank Lührzehl- und innovativen Stretchkonstruktionen auf ein Gewicht von nur onehundertfünfzig Gramm reduziert, ohne dabei an Robustheit zu verlieren.
00:20:28: Das veraltete Prinzip der Einheitsgröße wurde durch intelligente Schnittgiometrien abgelöst.
00:20:33: Es zeigt sich echt deutlich, ergonomischer Komfort für das Personal, strenge Kostenkontrolle im Betrieb und höchste Hygieneansprüche schließen sich in der modernen Corporate Fashion einfach nicht mehr aus!
00:20:56: fast ausschließlich aus der Perspektive der Pflegekräfte und der Klinikleitung analysiert.
00:21:01: Aber denk mal an die Person, die im Bett nickt – an den Patienten!
00:21:05: Historische dicke-und steife Krankenhauskittel haben ja immer auch Barrieren signalisiert.
00:21:11: Sie strahlten so eine kühle Autorität aus und bauten quasi eine sichtbare Mauer auf zwischen dem gesunden in der starken Rüstung und dem verletzlichen Menschen, der auf Hilfe angewiesen
00:21:22: ist.".
00:21:23: Oh,
00:21:23: wow!
00:21:23: Das ist ein interessanter Punkt.
00:21:25: Wenn
00:21:25: jetzt eine Pflegekraft in weicher fließender Kleidung dein Zimmer betritt – in einem frischen hellen Grün den Kragen vielleicht entspannt geöffnet und vor allem selbst weniger erschöpft wirkend das verändert die gesamte Dynamik im Raum.
00:21:39: Das
00:21:39: stimmt es wirkt menschlicher.
00:21:41: Genau.
00:21:41: Die Kleidungen weicht dass unsichtbare Machtgefälle auf.
00:21:45: der Mensch in der Kleidungs wird viel nahbarer weniger wie eine unantastbare Institution Und das ist ein Gedanke, den du bei deinem nächsten Besuch in einer Klinik oder Praxis einfach mal im Hinterkopf behalten kannst.
00:21:58: Wenn du darauf achtest, wer dir da eigentlich gegenüber tritt!
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